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IKEA - das schwedische Phänomen


Mr:

Es ist ja schon fast ein Klischee, über Frauen und Einkaufen zu schreiben, gerade wenn es um den schwedischen Möbelgiganten geht. Doch genau hier liegt bereits eine erste Verwirrung vor, denn es gibt grundsätzlich drei Arten, einen IKEA aufzusuchen. Die erste Art ist, dass man tatsächlich etwas braucht, weil man die neue Wohnung oder das neue Haus einrichten möchte. Also kauft man tatsächlich Möbel. Die zweite Art von IKEA-Einkauf ist die der Selbstverwirklichung der Frauen als Innenarchitektin. Und die dritte und letzte Art, wieso ein IKEA besucht wird, ist, weil man nur dort essen will. Ich meine damit nicht den obligaten, deliziösen Gourmet-Hotdog oder das legendäre Köttbullar. Nein, ich weiss aus zuverlässiger Quelle, dass es tatsächlich Leute gibt, die wegen einem Abendessen zu IKEA fahren! Da ich prinzipiell nichts mit solchen Leuten zu tun haben möchte, ignorieren wir mal diese Art von IKEA-Besuchen.

Nun, für mich als Mann ist die erste der oben beschriebenen Arten die sinnvollste und spannendste. Zwar mühsam, muss es jedoch trotzdem erledigt werden. Die Wohnung wird mit Möbel gefüllt, um ein gemütliches Zuhause zu haben. Ich muss zugeben, alleine eine Wohnung einzurichten, dass gehört nun wirklich nicht zu meinen Stärken, wobei ich diese Eigenschaft wahrscheinlich mit einer grossen Menge an Männern teile. Da ist man als Mann froh, wenn die Frau oder Freundin dabei ist und die Zusammenhänge zwischen Badezimmerhandtücher und Telleruntersetzer herstellen kann und dies am Schluss in einer perfekt aufeinander abgestimmten Möbel- und Dekokulisse zu einem wohligen Zuhause führt.

Die zweite Art jedoch, die ist heimtückisch. Da hat SIE nach einiger Zeit im wohligen, neuen Zuhause plötzlich eine Eingebung, meist eingetrichtert über Frauenzeitschriften, Fernsehwerbungen oder gar den IKEA-Katalog selber. Da geht er nun los, der Selbstverwirklichungseinkaufstrip bei IKEA, wobei die letzte Phase der Inspiration noch vor Ort in der Möbelabteilung stattfindet. Das eigentliche Ziel von IHR jedoch ist die Deko-Abteilung. Oft am Ende des IKEA gelegen, beginnt also der Trip in relativ zügig im Möbelbereich. Schnelle Schritte, grosse Möbel und Einrichtungsbeispiele werden nur kurz von IHR beachtet. Naiv, wie die Gedankengänge des Mannes manchmal sind, könnte er meinen, dass dieser Besuch bei IKEA vielleicht heute schnell beim Anstehen für Köttbullar enden könnte. Diese Hoffnung wird aber in diesem Moment zerschlagen, wenn SIE IHM den Einkaufswagen in die Hände drückt und bereits zwischen den Duftkerzen verschwindet, welche immer zu Beginn der Deko-Abteilung hilflos herumstehen. Bedacht und vorsichtig, keine Gläser, kleine Kinder oder sonstige Gegenstände mit dem bereits prall gefüllten Einkaufswagen umzufahren, schiebt ER heruntergekämpft den Wagen hinter IHR her, während SIE bereits beim Salatbesteck verschwindet, weil das Alte nun nicht mehr zum vorhin gefundenen Kissenbezug für das Sofa passt. Das geht so weiter, bis MANN endlich an der Kasse ansteht und einem in den Sinn kommt, wie nun das gesamte neue Dekomaterial in die Wohnung kommt, weil natürlich nicht an die, bereits zu genügend vorhandenen IKEA-Taschen, gedacht wurde. Naiv, wie das männliche Gehirn manchmal ist, redet man sich ein, dass nächstes Mal die IKEA-Taschen sicher nicht vergessen gehen. Und so füllt sich, neben dem Deko-Bestand, auch stetig der Bestand an IKEA-Taschen. Dieses Phänomen nennt sich die positive Kamprad-Korrelation!


Mrs:

Samstagmorgen 8 Uhr und ich stehe im IKEA. Jetzt denkt ihr bestimmt «die Alte hat doch einen Knall!». Gut möglich, aber zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich die ganze Nacht keine Sekunde geschlafen habe und daher lieber etwas Sinnvolles tun wollte anstatt mich im Bett hin und her zu wälzen. Naja, vielleicht müsste ich an dieser Stelle auch noch erwähnen, dass ich genau wegen meiner IKEA-Shopping-Tour nicht schlafen konnte… Unglaublich aber wahr! Bereits seit einiger Zeit hatte ich diverse DIY-Projekte in meinem Hinterkopf, leider nur hatte ich bisher nie wirklich Zeit diese auch umzusetzen. Und nun war es endlich soweit, ich hatte ein ganzes Wochenende Zeit, um all meine Pläne und Ideen zu verwirklichen. Daher habe ich mich am Freitagabend an meine Einkaufsliste gesetzt und nach den idealen Möbelstücken gesucht. Allerdings war es nicht ganz so einfach wie ich anfangs dache und daher endete meine Aktion in einer durchzechten Nacht, in welcher ich die halbe Wohnung mit einem Meter ausgemessen habe und meine Einkaufsliste unzählige Male geändert, gelöscht und wieder neu aufgebaut habe. Somit war ich aber am Samstagmorgen bestens vorbereitet für meine Einkaufstour durch den IKEA 😊

Und ich muss euch sagen: ICH LIEBE IKEA! Ich könnte mich wirklich stundenlang (auch gerne planlos) durch die ganzen Hallen kämpfen und Inspiration für neue Projekte zur Verschönerung unserer Wohnung suchen. Nun ja, ER versteht meine Faszination nicht so ganz. ER findet es immer wieder ein Phänomen, wenn ER mit mir in den IKEA kommt und wir schlussendlich anstatt mit einer neuen Pflanze mit neuer Bettwäsche, Vasen, Duftkerzen oder sogar einem neuen Esstisch nach Hause fahren. Aber was soll ich sagen, wenn ich in diesem schwedischen Schlaraffenland bin, gibt es für mich kein bremsen mehr. Zugegeben manchmal übertreibe ich es auch etwas und schleppe Dinge an, welche ich mich selber drei Monate später frage «Warum nur habe ich dieses Ding gekauft», aber glaubt mir, dies kommt wirklich eher selten vor. IKEA ist für mich mein wahr gewordenes Paradies 😉 Und da lohnt es sich auch eine ganze Nacht nicht zu schlafen und die Zeit mit planen und recherchieren zu verbringen. Es hat sich meiner Meinung nach jedenfalls gelohnt 😊 Und da ER bei meiner letzten Einkaufstour nicht mit musste und ich das ganze Wochenende über mit umdekorieren und meinen DIY-Projekten beschäftigt war, konnte ich ihn auch nicht stressen etwas mit mir zu unternehmen. Wie ihr seht, IKEA schafft immer wieder tolle Win-Win-Situationen! 😊


P.S. Die Ergebnisse meiner kleinen DIY-Projekte werdet ihr schon bald auf unserem Blog nachlesen können. 😊



♥-lichst

Mr & Mrs

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