• Mr and Mrs

JGA - die Organisation


Mr:

Wir sind inzwischen in diesen Altersjahren angekommen, in welchem die verschiedenen Beziehungskonstellationen im Freundeskreis spannend zu beobachten sind. Während der eine sich noch für ein zweites Studium in sozialer Arbeit entscheidet und in der WG auf die gebügelte Wäsche von Mami wartet, entscheiden sich andere dazu, sich in den ewigen Bund der Ehe zu begeben. Im Vergleich mit dem zukünftigen Sozialarbeiter haben sie den Schritt aus Mamas Schutz in die Unabhängigkeit schon lange gemacht und sind nun sogar wieder bereit, ihre Freiheiten und ihre Unabhängigkeiten zugunsten der Ehe “aufzugeben“. Der Zynismus in dieser Aussage kommt nicht von irgendwoher, kommen doch gerade in den beschriebenen Freundschafts-konstellationen verschiedene Rückmeldungen, wenn einer der Gruppe heiratet. Was ich euch aber versichern kann ist, dass es sicher der linksorientierte-Wäsche-bei-Mami-Abgeber ist, welcher in solchen Situationen über die Kommerzialisierung des Ehebündnisses monologisiert und darauf hinweist, dass man sich durch den gesellschaftlichen Zwang der Institution Ehe unterkriegen lässt, was er als unabhängiger Freidenker sicher nie machen würde. Ihr seht und kennt sicher die Ironie in solchen Situationen.

Nun, neben den interessanten Konstellationen kommen mit dem Bündnis der Ehe von zwei Personen aus dem näheren Umfeld auch Verpflichtungen für den ganzen Freundeskreis auf. Junggesellenabschiede, Trauzeugen bestimmen, viel vorbereiten und zuhören, weshalb die zukünftige Braut, bereits leicht hysterisch, ein Jahr vor dem Hochzeitstermin von Diät, Hochzeitstorten, optimalen Tischkonstellationen und Bräunungsferien (!) spricht. Ich kann euch sagen, da bin ich sehr froh, ein Mann zu sein. Nächstes Jahr findet ein Junggesellenabschied statt, bei welchem SIE bei der Braut und ich beim Bräutigam eingeladen sind. Während die Frauengruppe noch passende Termine und Orte sucht mit Hilfe von Doodles, drei verschiedenen Chats und unzählige Telefonaten, wurde unser JGA innerhalb einer Woche (nur mit einem Doodle und einem Chat und sicher ohne Telefonate, schliesslich telefonieren Männer nicht) organisiert. Das nennt sich männliche Effizienz. Währenddessen macht sich bei den Frauen die Nervosität und Hysterie wieder breit, weil die nächste Sitzung (!) des JGA ansteht. Na dann, viel Spass bei der Planung, wir Männer machen dann mal Popcorn und stellen das Bier kalt, lehnen uns zurück und geniessen das Spektakel der weiblichen Hochzeitsplanungen. Prost!

Mrs:

In unserem Freundeskreis ist nun definitiv der Heirats- besser gesagt Verlobungswahn ausgebrochen. Mit diesem folgt natürlich auch der Junggesellenabschied, JGA, Bacheloretteparty oder wie auch immer Man(n) oder Frau sein "letztes Wochenende in Freiheit" nennen möchte.

Ich meinerseits habe die Ehre nächstes Jahr an zwei solcher "Abschiede" (wer weiss wie viele noch dazu kommen 😉) teilnehmen zu dürfen. Nun ist dies nicht ein ganz so einfaches Unterfangen. Obwohl ich bei beiden Hochzeiten nicht Trauzeugin sein werde, bin ich trotzdem (besonders bei einer Party) stark in die Organisation involviert. Da ich vor Jahren bereits einmal mit einer Freundin eine Bachelorette-Party für eine andere Freundin organisiert habe und diese ziemlich locker über die Bühne ging (Datum wurde gefixt, Thema bekannt gegeben und die Sause konnte starten), habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Allerdings hat sich dies aber ganz offensichtlich in den letzten Jahren ein wenig geändert. Das wurde mir bewusst als ich letztens von der Trauzeugin meiner Kollegin eine Einladung für ein erstes OK-Meeting erhalten habe. Ok, verständlich meine Kollegin hat sich entschieden 17 (!!!) Frauen an dem besagten Abend (oder vielleicht doch Wochenende) mit dabei haben zu wollen, da braucht es vielleicht doch etwas mehr Organisation respektive Koordination.

Also bin ich pünktlich zu dem besagten Termin erschienen und war ziemlich beeindruckt von all dem Elan, welche die Trauzeugin in dieses Event steckte. Mit Stift und Notizbuch sass sie vor uns (wir sind ein Dreier-Organisationskomitee) und stellte uns voller Energie ihre Ideen und Gedanken vor und da wurde mir bewusst, es wird wohl nicht unser letztes Meeting sein….

Wir haben knapp zwei Stunden damit verbracht Ideen zu sammeln und uns Gedanken zu machen wie man 17 Frauen (mit der Braut 18) und deren verschiedene Interessen am besten unter einen Hut kriegt. Fazit: es wird schwierig! Ich glaube wir stehen vor der Herausforderung des Jahres. 😉 Nein, Spass beiseite, aber spannend bleibt es allemal. Ein grober Plan steht, aber den Feinschliff wie auch das Datum müssen noch gefixt werden. Und dies könnte in dem ganzen Wirr-Warr noch die grösste Herausforderung werden, ich bin schon ganz gespannt wie es weiter geht und ob unser ursprünglicher Plan nochmal über den Haufen geschmissen wird und wir uns wieder neu finden dürfen. Währenddessen suche ich am besten schon mal mein perfektes Outfit für die Hochzeit, schliesslich muss alles gut geplant sein 😉


♥-lichst

Mr & Mrs

1 Kommentar

Follow us on Instagram 

© 2019 by Mr and Mrs - Schweiz